Kabel Deutschland wird CI+ einführen
Kabel Deutschland wird zukünftig auf den umstrittenen CI-Plus-Standard zurückgreifen und will bereits noch in dieser Jahreshälfte erste Module für CI+ ausliefern. Also größter Kabelnetzbetreiber in Deutschland betrifft diese Entscheidung einen Großteil der Fernsehzuschauer direkt und dürfte die Diskussion um CI+ neu entfachen. Außer Einschränkungen wird der Kunde aber vor allem keine bessere Bildqualität erwerben.
Die neue Schnittstelle CI+ sorgte schon bei der Einführung der HD-Plattform HD+ von SES Astra zu heftigen Diskussionen, da die Veränderungen im Vergleich zu CI für den Endanwender keine Vorteile bringen, sondern lediglich Einschränkungen herbeiführen. CI+ bietet den Sendeanstalten zum Beispiel die Möglichkeit, TV-Aufnahmen auf integrierten digitalen Rekordern zu verhindern oder zum Beispiel das Vorspulen von Werbepausen zu blockieren. Auch TimeShift wird dadurch beeinträchtigt bzw. teilweise komplett unmöglich. Die Entwicklung ist dabei komplett kontrovers zu anderen Marktteilnehmern, die zeitversetztes Fernsehen überhaupt erst ermöglichen.
Kabel Deutschland machte derzeit keine Angaben darüber, ob CI+ irgendwann als alleinige Schnittstelle unterstützt wird. Allerdings wird mit diesem Schritt in ferner Zukunft zu rechnen sein, da eine Einführung andernfalls nur unnötige Kosten verursacht und dem Netzbetreiber keine Vorteile bietet. Auch die Wettbewerber Unitymedia, Kabel+BW und Primacom prüfen laut SAT+KABEL die Einführung von CI+, haben jedoch noch keine konkreten Ergebnisse veröffentlicht.


