RIAA: Filesharer stehlen Spendengelder für Haiti

Die Recording Industry Association of America (RIAA) sorgte erneut für Aufsehen: Filesharer des Benefiz-Tracks “We Are The World 25 for Haiti” werden in einem Blogpost der RIAA scharf kritisiert und des Diebstahls von Spendengeldern beschuldigt. Die Gunst der Stunde wird zum Stimmenfang gegen Raubkopierer genutzt.

Der Klassiker “We Are The World” dürfte jeden Bürger längst bekannt sein, denn bereits 1985 begeisterte er nicht nur Zuhörer sondern diente zur Sammlung von Spendengeldernzur damaligen Zeit vor allem für Afrika. Die veröffentlichte Neuauflage für die Erdbebenopfer in Haiti sollte an die Erfolge anknüpfen und in großem Umfang für weitere Spendengelder dienen, abzüglich der Produktions-/Herstellungskosten. Wie befürchtet, ist der Song jetzt aber auch in Tauschbörsen zu finden.

Die RIAA lässt die Gelegenheit nicht ungenutzt und beschuldigt die Musikpiraten jetzt des Diebstahls von Spendengeldern. Erneut wird also behauptet und angenommen, die Raubkopierer hätten den Song stattdessen käuflich erworben, denn tatsächlich Spendengelder stehlen können die Filesharer mit dem Herunterladen der Musik nicht. Aber erneut begeht die RIAA auch den Fehler und verurteilt gleich alle Filesharer des Songs ohne zu wissen, ob diese nicht anderweitig Spendengelder für Haiti bereitgestellt haben.

Der Vorstoß der Recording Industry Association of America sorgt entsprechend für Zündstoff und wird kontrovers diskutiert. Schließlich wird die Situation auch zu eigenen Zwecken der RIAA ausgenutzt: Nämlich zur öffentlichen Kritik von P2P-Netzwerken und Urheberrechtsverletzungen. Das Blogpost sorgt also nicht nur für Kritik, sondern entwickelt sich immer mehr auch zum Eigentor. Wer übrigens direkt Gelder spenden will, findet verschiedene Organisationen auf der Webseite der Tagesschau.

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