Gesundheitsreform: Die Abzocke mit Krankenkassenbeiträgen

6.Jul.2010 16:35 Uhr, von [st], Trackback-URL


Gesundheitsreform Wieder einmal trifft es die gesetzlich Krankenversicherten, denn neben einer Beitragserhöhung drohen auch vermehrt Zusatzbeiträge. Ein Blick in die Vergangenheit wirft Fragen auf, deren Antwort offenbar auch Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler schuldig bleiben würde. Der Versicherungsnehmer bleibt wie immer das Opfer.

Erst wird beschlossen, dass der allgemeine Beitragssatz wieder um 0,6 Prozent erhöht wird, dann können die Krankenkassen auch noch selbständig frei über die Höhe der Zusatzbeiträge bestimmen. Die allgemeine Beitragserhöhung wird gleichermaßen auf den Arbeitnehmer und Arbeitgeber verteilt – jeweils eine Erhöhung um 0,3 Prozent. Über die Höhe der Zusatzbeiträge können Krankenkassen in Zukunft selbst entscheiden, wobei die bisherigen Obergrenzen nicht mehr gültig sind.

Ein Blick in die Vergangenheit wirft jedoch eine wesentliche Frage auf: Wo verbrennt das Geld nutzlos, wenn heute die allgemeinen Beiträge oftmals wesentlich höher liegen als noch zu Zeiten, wo die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung noch individuell durch jede Krankenkasse selbst definiert wurden? Damals lagen die Beitragssätze bei fast allen Krankenkassen teils deutlich unterhalb der in Zukunft wieder geltenden 15,5 Prozent, das Thema Zusatzbeiträge sei hier gar nicht erst weiter betrachtet.

Es zeigt sich wieder einmal, dass das Gesundheitswesen trotz Vorteile im Vergleich zu vielen anderen Ländern weltweit nicht nachhaltig verbessert und optimiert wird. Stattdessen die Kosten gesenkt werden, sollen höhere Beiträge den notwendigen Ausgleich schaffen und die Versäumnisse wieder einmal überblenden.

Sonderkündigungsrecht! Deutliche Signale setzen können Versicherte, wenn ihre Krankenkasse einen Zusatzbeitrag einführt oder eben diesen erhöht. In diesem Fall steht den Versicherten ein Sonderkündigungsrecht zu und damit der Wechsel zu einer Versicherung ohne oder mit geringerem Zusatzbeitrag frei. Allerdings sollte der Wechsel nicht überstürzt durchgeführt werden: Vergleichen Sie die Leistungen der Krankenkassen und informieren Sie sich im Vorfeld, ob ihre neue favorisierte Krankenkasse nicht auch bereits über neue Zusatzbeiträge nachdenkt.


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  • pit, 07.07.2010 11:07 Uhr

    Und dann wundert sich Merkel & Co das man Hass entwickelt.

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