Urheberrecht: Das Hackerkollektiv Anonymous hat das Urteil gegen den hauptverantwortlichen Programmierer Bastian P. scharf kritisiert und zugleich mehrere Angriffe zur Vergeltung angekündigt. Ziel der Angriffe seinen die Server der Leipziger Justiz, sowie Systeme vom Bundesjustizministerium.
Anonymous kritisiert in erster Linie die Härte des Urteils, die das Leipziger Landgericht vergangenen Mittwoch zur Anwendung brachte. Als klassisches Instrument wird dabei der Vergleich mit Urteilen gegen Mörder und Vergewaltiger herangezogen. Bastian P., der an höchster Position für den technischen Betrieb und die Webseite Kino.to verantwortlich war, wurde trotz seines umfassenden Geständnisses zu einer Haftstrafe von drei Jahren und zehn Monaten verurteilt.
Die Hacker von Anonymous richten ihre Kritik jedoch nicht nur gegen die Justiz, sondern beziehen auch eine politische Stellung. Die jüngst ohnehin vielfach kritisierte FDP steht dabei im Mittelpunkt und trage sogar maßgeblich schuld an dem harten Urteil: “Die Verfolgung in so einem Ausmaß geschah in dem Fall ohnehin nur auf Betreiben der sogenannten Freien Demokratischen Partei Deutschlands“.
Für Kritik sorgt das Vorgehen des Hackerkollektivs Anonymous trotzdem, denn immerhin stand für die Betreiber von Kino.to die Umsetzung von Einnahmen im Vordergrund. Durch Werbung, meist Abzock-Abos, wurden hohe Umsätze generiert, wobei sich das gesamte Angebot von Kino.to nur daraufhin ausrichtete. Um den “Kampf” für frei verfügbare Musik oder Filme ging es dabei nicht.



