Zensur: Google droht China mit Rückzug

13.Jan.2010 08:22 Uhr, von [st], Trackback-URL


Google hat in einer offiziellen Mitteilung gegenüber China angedroht, sich komplett vom chinesischen Markt zurückzuziehen. Das Unternehmen wird nicht länger akzeptieren, durch chinesische Behörden zensiert zu werden. Google reagiert damit nicht nur auf die eingeschränkte Meinungsfreiheit, sondern sieht sich gleichzeitig zunehmenden Hackerangriffen aus China konfrontiert. Google will konsequent in Verhandlung mit chinesischen Behörden versuchen, die Zensur von Google.cn zu beenden. Andernfalls will Google sämtliche Büros in China schließen und Google.cn abschalten.

Nach Informationen von Google erfolgten mehrere Hackerangriffe auf das Unternehmen. Dabei seien erfolgreich wichtige Informationen und Quellcodes gestohlen wurden. Der Angriff soll aber in erster Linie dazu gedient haben, um an Informationen zu chinesischen Menschenrechtsaktivisten zu gelangen. Die Angriffe richteten sich daher auch auf andere große Anbieter von Internetdienstleistungen. Die Reaktion von Google wird von vielen Gruppen wie zum Beispiel Human Rights Watch begrüßt. Bis dato hatte sich Google wie viele andere Unternehmen bereit erklärt, Suchergebnisse entsprechend den Vorgaben der chinesischen Behörden zu filtern.

Das Vorgehen von Google beschreibt David Drummond ausführlich in einem Blogeintrag. Demnach steht die gesamte Führung von Google hinter dieser Entscheidung. Gleichzeitig betont Drummond das Risiko für Google, eventuell den chinesischen Markt zu verlieren. Das Unternehmen will jedoch in keinster Weise eine weitere Zensur in Kauf nehmen und notfalls diesen Schritt vagen.


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