Und auf einmal ist Google einsam und allein

23.Jan.2010 10:53 Uhr, von [st], Trackback-URL


Der Vormarsch von Google gegen die Zensur des Internets durch die chinesische Regierung brachte vor allem Menschenrechtsorganisationen zum Schwärmen. Nun zeigt sich jedoch, wie wichtig vielen Unternehmen der Wirtschaftsraum China ist und Google steht auf einmal alleine auf dem Schlachtfeld für Menschenrechte und Freiheit. Und während alle beschämt die eigenen Füße bewundern, geht Google einsam und klanglos unter.

Das Unternehmen Google wird natürlich weiter bestehen, notfalls auch ohne den chinesischen Markt. Google erzielt Umsätze aus China vor allem über Werbeeinnahmen, indem Anzeigen chinesischer Unternehmen auf US-Webseiten eingeblendet werden. Bei einem Rückzug der Suchmaschine aus China würde diese Einnahmequelle vermutlich erhalten bleiben, die Bedeutung für die chinesische Wirtschaft überwiegt hier der Verschlossenheit.

Google beharrt auf die neue Politik: Eine Zensur der Suchergebnisse wird weiterhin für die Zukunft ausgeschlossen. Google wird also auf die Forderungen der chinesischen Regierung nicht eingehen und auf eine zensurfreie Auslieferung von Suchergebnissen setzen, notfalls unter Verbannung aus China. Fand Google anfangs noch viele Befürworter, führt Google die Verhandlungen mittlerweile alleine. Auch die politischen Beziehungen sollen geschützt werden, weshalb die chinesische Regierung eine Ausweitung der Differenzen auf politischer Ebene vermeiden will.

Nachdem Google die Einführung der Android-Smartphones von Motorola und Samsung verschob, quittierte Motorola diese Entscheidung durch Aufnahme von Baidu, größter chinesischer Konkurrent für Google, als Suchmaschine für das Android-Phone. Motorola wird das Smartphone also notfalls auch ohne Google in China einführen und verkaufen.


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  • Matthias, 24.01.2010 16:25 Uhr

    Zumindestens macht Google dabei eine gute Figur. Viel schlimmer sind jedoch die Konkurrenten, welche in dieser Angelegenheit den Profit über die Moral stellen.

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