Starker Anstieg der Beschwerden über Kinderpornographie im Netz

9.Feb.2010 07:43 Uhr, von [st], Trackback-URL


Immer mehr Menschen nutzen die Beschwerdestelle im Internet, um aktiv auf die Darstellung von Kinderpornographie hinzuweisen. 2009 gab es einen Zuwachs von 19 Prozent, sodass insgesamt fast 6000 Beschwerden eingingen und bearbeitet wurden. Lob ernten jedoch nicht nur die Internetnutzer, sondern vor allem auch die Provider. Demnach wurden alle gemeldeten Fälle bearbeitet, wenn auch die Bearbeitungszeit in einigen Ländern derzeit noch zu hoch ist.

Zudem sind vor allem ausländischer Provider oftmals nicht sofort bereit, entsprechende Gegenmaßnahmen wie das Löschen der Inhalte einzuleiten. Zwar wird im Falle der Darstellung von sexuellem Missbrauch ggfs. auch die Polizei eingeschaltet, doch eine hundertprozentige Erfolgsquote wurde nicht erreicht. Trotzdem bleibt ein Erfolg für die Internet-Beschwerdestelle, die gemeinsam vom Verband der deutschen Internetwirtschaft Eco und der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM) betrieben wird, zu verzeichnen. Es werden nicht ausschließlich Beschwerden zum Thema Kinderpornographie bearbeitet, unter anderem gehören auch Beschwerden aus den Bereichen SPAM und P2P, sowie Meldungen/Probleme aus Chatrooms zum selbstdefinierten Arbeitsfeld.

Keine Studie zur Erfolgsquote: Trotz des Erfolges der Beschwerdestelle lassen sich keine Aussagen über die Auswirkung auf die tatsächliche Verbreitung von Kinderpornographie im Netz treffen. Zudem besteht die Gefahr, dass durch die gesammelten Erfahrungen öffentlich bekannt wird, in welchen Ländern möglicherweise problemlos derartiges Material publiziert werden kann. Dies wird über kurz oder lang auch die Politik noch einmal fordern, damit dieses globale Problem nachhaltig bewältigt werden kann.


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