RealDVD: Kopieren von DVDs endgültig gestoppt

14.Jan.2010 07:49 Uhr, von [st], Trackback-URL


Der Softwarehersteller RealNetworks ist erneut vor US-Gericht gescheitert und darf auch weiterhin nicht das DVD-Kopierprogramm RealDVD vertreiben. RealNetworks wollte das Verbot kippen, indem eine Klage gegen die Filmstudios wegen Verstoßes gegen das Wettbewerbsrecht eingereicht wurde. Zu einer Verhandlung kam es nicht, denn die Klage wurde direkt vom Gericht abgewiesen.

Bereits seit 2008 werden gerichtliche Auseinandersetzungen zwischen RealNetworks und der Filmindustrie in den USA geführt. Mit RealDVD versucht RealNetworks ein Produkt zu platzieren, welches (auch CSS-geschützt) DVDs kopiert, diese Kopie aber gleichzeitig mit einem neuen Schutz versieht. Dadurch war es auch nur auf einem authorisierten Rechner möglich, eine solche Kopie abzuspielen. Diese Lizenz konnte aber für die Filmkopien auch gegen Zahlung einer Gebühr erweitert werden, was dann letztlich die Filmindustrie zu einer Reaktion in Form einer Klage zwang. Ein Gericht verhängte daraufhin ein vorläufiges Verkaufsverbot.

Es bestand durchaus Hoffnung für RealNetworks, denn die US-Richter betonten bereits im August 2009, dass Privatkopien im Rahmen einer “Fair Use” toleriert werden. Analog zum deutschen Recht ist es in den USA aber grundsätzlich unzulässig, technische Kopierschutzmaßnahmen zu umgehen – auch im Rahmen einer Privatkopie. Ferner stellte die Richterin nun bei der Klageabweisung klar, dass das Unterbinden einer Privatkopie durch die Filmindustrie keinen Wettbewerbsverstoß darstellt.

Rob Glaser, Gründer von RealNetworks, veröffentlichte am gestrigen Tag seinen Rücktritt, wird aber weiterhin im Unternehmen verbleiben. Das Produkt RealDVD dürfte nun endgültig begraben werden, ein Vertrieb außerhalb der USA erfolgt derzeit nicht.

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