Google macht ernst: Suchmaschine wird angeblich am 10. April in China geschlossen
Der chinesischen Wirtschaftszeitung liegen laut eigener Aussagen erste Informationen vor, dass Google die Suchmaschine Google.cn am 10. April abschalten und den Rückzug aus China antreten wird. Das Unternehmen selbst kommentierte den Bericht bisher nicht. Alle Mitarbeiter erhalten ersatzweise ein Angebot für einen Arbeitsplatz in ausländischen Unternehmensstandorten.
Google macht offenbar ernst und wird bereits im April den Rückzug vom chinesischen Markt antreten. Konkret soll dies am 10. April stattfinden, wie chinesische Medien erfahren haben wollen. China Business News (Shanghai) schreibt weiter, dass Google bereits am kommenden Montag eine offizielle Bekanntgabe des Rückzugtermins bekanntgeben wird. Als Informationsquelle dient offenbar ein betroffener Mitarbeiter des Unternehmens.
Die Beschäftigten haben demnach ein Angebot erhalten, Arbeitsplätze in ausländischen asiatisch-pazifischen Standorten des Unternehmens zu erhalten. Auch Arbeitsplätze am Hauptsitz in den USA seien in den Angeboten enthalten. Im Rahmen der Schließung von Google.cn wird das Unternehmen die Mitarbeiter nicht direkt entlassen, sondern eine Übernahme anstreben. Finanziell sind die Auswirkungen bisher vergleichsweise gering: Rund 250 Millionen Euro Umsatz erzielte Google 2009 in China und würde mit dem Rückzug darauf verzichten. Allerdings gilt China weiterhin als Boom-Markt, weshalb der Suchmaschinengigant einen gewagten Schritt tätigt und auf große Potentiale verzichten würde.
Das Unternehmen reagiert damit auf die gescheiterten Verhandlungen mit der chinesischen Regierung über eine unzensierte Auslieferung von Suchergebnissen. Bereits zuvor berichtete die Financial Times, dass Google einen Ablaufplan für den Rückzug bereits erarbeitet habe.
