Frankreich will Onlinewerbung besteuern
Die von Frankreich erwägte “Google-Steuer” sorgt derzeit für hitzige Debatten, könnte jedoch tatsächlich weitreichende Folgen für den Werbemarkt nach sich ziehen. Die Gelder sollen in erster Linie die Kosten für die Bekämpfung der Internetkriminalität/Filesharing decken und gleichzeitig zur Förderung von legalen Angeboten herangezogen werden. Ein Widerspruch an sich, denn der Werbemarkt zählt überwiegend zu den legalen Angeboten im Internet, wenn auch von vielen als lästig empfunden.
Die Steuer soll generell auf Onlinewerbung entfallen – und zwar abhängig vom Standort des Webseitenbetrachters. Demzufolge soll die Steuer auch dann fällig werden, wenn ein sich in Frankreich befindender Webseitenbesucher eine deutsche Webseite mit Onlinewerbung betrachtet. Wie das ganze abrechnet werden soll, konnte das Gremium jedoch nicht benennen; den Steuersatz konnte man aber schon schätzen: 1-2 Prozent vom Werbeumsatz sollen es sein.
Frankreich möchte mit den neuen Einnahmen vor allem die Kulturangebote im Internet fördern, allerdings dürfte ein Großteil der erhofften Gelder auch zur Bekämpfung von Filesharing eingesetzt werden. Es bleibt fraglich, wie lange diese Idee noch weiter verfolgt wird, allerdings könnten sich Webseitenbetreiber durch Ausschluss französischer Quellen relativ leicht von den Kosten befreien. Um den Verwaltungsaufwand zu regulieren, dürfte zudem die Definition einer Untergrenze notwendig sein, andernfalls müsste auch der kleine Webseitenbetreiber mit wenigen Euro Umsatz im Monat einen Anteil der französischen Staatskasse überweisen.


