Flash: Der Anfang vom Ende für Animationen powered by Adobe

1.Feb.2010 08:04 Uhr, von [st], Trackback-URL


Die Zukunft für Adobe’s Flash könnte nicht schlechter sein: Mittels HTML5 werden oft genutzte Möglichkeiten direkt im Browser standardisiert, Unternehmen wie Google arbeiten an standardisierten Schnittstellen für interaktive 3D-Webanwendungen und das stetige Auffinden von Sicherheitslücken lassen Flash nicht gut dastehen. Diese Ansicht soll laut einem Bericht des Wired Magazins auch Steve Jobs vertreten und der Grund dafür sein, warum das neue Apple iPad kein Flash unterstützen wird. Jobs setzt stattdessen ebenfalls voll und ganz auf HTML5.

Der Verbannung von Flash vom Apple iPad ärgert nicht nur Adobe, sondern dürfte auch das Surfen einiger Webseites einschränken. Ob sich Apple dadurch mehr Umsatz im Apple Store sichern möchte, weil beispielsweise Flash-Spiele auf dem iPad unbrauchbar sind, bleibt unbeantwortet. Doch Jobs sieht vor allem die Programmfehler als Grund für die Entscheidung, auf Flash vollständig zu verzichten. Flash verursache unter Mac OSX viele Programmabstürze, ohne konsequente Behebung durch Adobe. Vielleicht sieht Steve Jobs also eine Benachteiligung und spielt nun einen Konter, allerdings auf dem Rücken der Kunden, aus.

Die Zukunft von Flash steht jedoch in der Tat auf der Kippe. Unternehmen wie Microsoft versuchen konkurrierende Produkte zu entwickeln und auf dem Markt als Alternative zu platzieren. Zwar konnte Sylverlight bisher keinen nennenswerten Erfolg feiern, aber die alleinige Existenz erhöht die Notwendigkeit einer Standardisierung. Dies wurde zum Teil bereits in HTML5 umgesetzt, weshalb Flash zur Darstellung von Videos in Zukunft wohl nicht mehr notwendig sein dürfte. Unter anderem Youtube hat bereits eine Vorabversion der neuen Webseite gezeigt, welche auf Basis von HTML5 vollständig auf Flash verzichtet.

Geschwindigkeit als Vorteil von Flash. Im Vergleich zu Javascript bietet Flash derzeit deutlich mehr Performance und erlaubt dank Actionscript auch aufwendige interaktive Applikationen. Doch auch hier bekommt Flash zunehmende Konkurrenz: Die Performance von Javascript konnte in den letzten Monaten deutlich zulegen und zur Zeit ist zwischen den Herstellern von Webbrowsern ein regelrechter Kampf um die schnellste Javascript-Engine entfacht. Google versucht zudem mit O3D einen Standard für 3D-Anwendungen im Browser zu schaffen, sodass aufwendige Grafikanwendungen deutlich schneller als Flash laufen könnten und dank Interaktivität nicht nur Browserspiele, sondern auch Webanwendungen davon profitieren.

Allerdings ist O3D noch in einer frühen Phase und als Standard nicht anerkannt, doch Adobe wird vermutlich um die Zukunft von Flash bangen müssen. Die Webseitennutzer wird es jedoch nicht von der nervigen Flashwerbung befreien, denn bunt, animiert und laut werden auch die HTML5-Varianten ausfallen.


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