China lenkt ein und arbeitet auf eine Lösung mit Google hin

5.Mrz.2010 13:41 Uhr, von [st], Trackback-URL


Die Streitigkeiten zwischen China und Google werden bereits seit einigen Wochen überwiegend ohne die Öffentlichkeit ausgetragen. Auch die US-Regierung hält sich nach der anfänglichen Kritik mittlerweile bedeckt. Erstmals hat ein Regierungssprecher Chinas jetzt aber Interesse gezeigt, eine Lösung gemeinsam mit Google zu erarbeiten. Die Tonalität ändert sich damit abrupt, nahm China den möglichen Rückzug von Google bisher eher gelassen zur Kenntnis.

Ein generelles Einlenken der chinesischen Regierung gegenüber den Forderungen von Google, zukünftig die Suchergebnisse unzensiert auszuliefern, dürfte weiterhin nicht zu erwarten sein. Gleichzeitig erklärte der chinesische IT-Minister Li Yizhong jetzt öffentlich, dass China nach einer Beendigung der Streitigkeiten mit Google bestrebt ist. Details zu Ergebnissen sind bisher nicht an die Öffentlichkeit gedrungen, allerdings sind offenbar beide Seiten bereit, im Rahmen der Verhandlungen aufeinander zuzugehen.

Google meldete im Januar 2010 öffentlich, dass mehrere Angriffe aus China gegen den Konzern und andere US-Unternehmen erfolgten. Ziel sei es demnach gewesen, Zugriff auf Google-Mail-Konten von chinesischen Menschenrechtsaktivisten zu erlangen. Die Angriffe haben sich aber auch gegen die Unternehmen selbst gerichtet, nach bisher unbestätigten Informationen sollen auch Quelltexte unter anderem von Google gestohlen worden sein. Auch McAfee ist an den Ermittlungen beteiligt und sagte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, dass die Angriffe gezielt gegen Personen aus dem Source-Code-Management durchgeführt worden seien.

Die Angriffe seien teils erfolgreich verlaufen, sodass offenbar einigen betroffenen Unternehmen auch Quelltexte in nicht benannten Umfang gestohlen wurden. Auffällig häufig setzten die Opfer ein Produkt von Perforce Software ein. Das Unternehmen wies jedoch alle Vorwürfe von sich und sei an den Vorgängen nicht beteiligt.

Auch Google gerät inzwischen unter Druck: Seit der Androhung im Januar, sich notfalls aus dem chinesischen Markt zurückzuziehen, ist bisher nicht viel passiert. Derzeit hält sich Google bei der Suchmaschine an die Vorgaben der chinesischen Regierung und liefert weiterhin zensierte Suchergebnisse aus.


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