Apple iPad: Spielzeug oder Staubfänger?

10.Apr.2010 11:12 Uhr, von [st], Trackback-URL


Fast täglich waren Meldungen in der laufenden Woche in der Presse zu lesen, denn das Apple iPad feierte nicht nur seinen Verkaufsstart, sondern sorgte vielerorts auch für Probleme und Überraschungen. Die Redaktion von Golem hat das iPad getestet und die Tauglichkeit als neues Spielzeug für Couch potatoes ermittelt. Spielzeug oder Staubfänger – das ist die Frage!

Gleich zu Beginn der Woche hagelte es ordentlich Kritik für das Apple iPad. Warme Temperaturen sollen zur Abschaltung des Gerätes führen, wobei sich die Betroffenen bei etwas unter 30° in der Sonne aufhielten. Auch in Deutschland für die Hochsommer-Saison eine übliche Temperatur, sodass sich Besitzer auch hierzulande mit diesem Hitzeproblem auseinandersetzen müssen, falls Apple bis zum Verkaufsstart in Europa noch Änderungen vornimmt. Das wäre jedoch sehr unwahrscheinlich, denn in der Kürze der Zeit ist eine Umstellung der Produktion eher ausgeschlossen.

Die Redaktion von Golem.de hat das iPad jetzt ebenfalls getestet um die Spieletauglichkeit zu ermitteln und zieht ein überwiegend positives Fazit. Allerdings hinkt der Vergleich mit dem Nintendo DS oder der Playstation Portable deutlich, denn bei der Formgröße unterscheiden sich die Handhelds deutlich. Wenig überraschend bietet das iPad dank der höheren Auflösung von 1.024×768 deutlich mehr Details, sodass sich Hersteller und Publisher von Spielen beim iPad wieder an der Darstellung von Computern orientieren.

Wie bereits das iPhone und der iPad Touch, kann auch das iPad mit der Bewegungssteuerung überzeugen. Dadurch wird aus dem Handheld innerhalb weniger Sekunden das Lenkrad in einer Rennsimulation oder aber auch ein unbedienbarer Spielehandheld bei einem Ego-Shooter, wie auch Golem bei Call of Duty erfahren musste. Hier zeigt sich auch der deutliche Rückschritt bei der Grafikdarstellung, denn die zu langsamen Recheneinheiten können keine aufwendigen Grafiken in der “hohen” Display-Auflösung darstellen und erinnern eher an Spiele aus der Zeit des Jahrtausendwechsels und davor.

Ein Nachteil ist auch die Steuerung ohne Tasten im Vergleich zu den bisherigen kleineren Handhelds, denn jedes Genre kann ausschließlich über die Bewegungssteuerung und dem Touchscreen bedient werden. Gleichzeitig zeigt das Apple iPad jedoch Probleme bei schnellen Fingerbewegungen über das Display und trübt den Spielegenuss deutlich. Das große Angebot an Spielen kann zwar auf den ersten Blick überzeugen, allerdings sind zahlreiche Spieletitel mit Einzelpreisen von knapp über 10 US-Dollar nicht gerade günstig. Entsprechend kann das Fazit bisher nicht positiv ausfallen, sodass wir die Auffassung der Golem-Reaktion hier nicht teilen können. Vielleicht möchte aber der eine oder andere seine eingestaubte Spielekonsole, zum Beispiel den Sega MegaDrive oder das Sega MasterSystem, wieder auspacken.

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