Abzocke: Vergütungsabgaben auf DVD und Blu-Ray deutlich teurer
Die Zentralstelle für private Überspielungsrechte (ZPÜ) sorgt mit einer neuen Abgaberegelung aktuell für Verwirrung unter Händlern und Herstellern. Mit deutlichen Aufschlägen für den Verkauf von CD-, DVD- und Blu-Ray-Rohlingen korrigieren derzeit viele Händler ihre Preise nach oben. Alleine die Abgabe für einen Blu-Ray-Rohling liegt bei 3,47 EUR. Nun gehen auch Hersteller gegen die Erhöhung vor.
Die Urheberabgaben auf Rohlinge werden von den deutschen Verwertungsgesellschaften eingefordert und dienen als Ausgleich für die Privatkopie. Die Höhe der Abgaben werden zwischen der ZPÜ und dem Informationskreis für Aufnahmemedien verhandelt. Nachdem die Verhandlungen jedoch scheiterten, legte die ZPÜ am 30. Dezember 2009 die neuen Angaben scheinbar einfach willkürlich fest. Die Abgaben stiegen zum Teil um mehrere hundert Prozent und sorgen für Verwirrung unter deutschen Händlern.
Für CD-RW-Rohlinge sind demnach 0,197 EUR als Abgabe fällig, während bisher eine Abgabe von 0,0288 EUR galt. Das entspricht einer Abgabenerhöhung von fast 600 Prozent. Für das Medium Blu-Ray legte die ZPÜ eine Abgabe von 3,47 EUR fest – im Schnitt eine Verdopplung. Für Blu-Rays liegt die Abgabe jetzt über dem eigentlichen Warenwert und zwingt einzelne Händler, den Verkauf dieses Medientyps einzustellen.
Große Hersteller wie Verbatim wollen die neuen Abgaben aber nicht akzeptieren und notfalls dagegen klagen. Verbatim hat entsprechend die Erhöhung auch noch nicht für die eigens hergestellten Medien durchgeführt und will auch weiterhin darauf verzichten. Vor allem kleinere Hersteller setzen aber die neuen Abgaben bereits zur Vermeidung rechtlicher Auseinandersetzungen um. Kunden müssen daher vorerst weiterhin mit deutlichen Preiserhöhungen rechnen.


