Zusatzbeitrag der Krankenkasse steigt 2017 weiter

Im kommenden Jahr müssen sich Kassenpatienten auf höhere Zusatzbeiträge einstellen. Der Anstieg soll bei rund 0,3 Prozentpunkten liegen. Der Grund: Gestiegene Kosten für Empfänger von Hartz-IV-Leistungen und die Kosten der Flüchtlinge. Der genaue Steigerungsbetrag soll Mitte Oktober, spätestens am 1. November 2016 bekannt gegeben werden. Dabei sind die gesetzlichen Krankenkassen (GKV) nicht an diese Einschätzung gebunden, sondern können ihren individuellen Zusatzbeitrag selbst bestimmen.

Im Durchschnitt wird der Krankenkassenbeitrag im Jahr 2017 bei etwa 1,4 Prozent liegen. Dies entspricht einer Steigerung um 0,3 Prozentpunkte. Der gesamte Krankenkassenbeitrag läge dann bei 16,0 Prozent, zumindest geht der Vorstand des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen zurzeit davon aus. Auch für 2019 gibt es bereits Prognosen, die von einem Zusatzbeitrag in Höhe von 1,8 Prozent ausgehen. Der Grund für die Erhöhung sind die immer weiter steigenden Kosten des Gesundheitssystems. Außerdem erhalten die gesetzlichen Krankenkassen vergleichsweise wenig Geldmittel für Hartz-IV-Empfänger.

Hartz-IV Ausgaben höher als Zuschüsse bei GKV

Zusatzbeitrag 2017

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Diese Zuschüsse belaufen sich derzeit auf etwa 90 Euro pro Monat pro Hartz-IV-Empfänger, die Ausgaben betragen jedoch rund 136,00 Euro pro Monat. Für 2016 wird daher von einer Finanzierungslücke von etwa 2,3 Milliarden Euro ausgegangen, die die Krankenkassen anderweitig zum Ausgleich dieses Fehlbetrags einnehmen müssen. Eine zusätzliche Herausforderung sehen die gesetzlichen Krankenkassen in dem Zuzug von Flüchtlingen. Sobald deren Anerkennung erfolgt ist, haben diese Anspruch auf Hartz-IV und fallen somit in den Zuständigkeitsbereich der gesetzlichen Krankenkassen. Selbstverständlich kann hier jedoch nur eine ungefähre Kalkulation der zusätzlichen Ausgaben der Kassen erfolgen. Aus diesem Grund hat der deutsche Bundesgesundheitsminister bereits im Juni des Jahres angekündigt, dass das Land 1,5 Milliarden Euro mehr an die Kassen zahlen wird, damit die Zusatzbeiträge 2017 nach Möglichkeit stabil bleiben. Dabei ist noch unklar, ob diese zusätzliche Unterstützung durch den Bund bereits mit in die Prognose für 2017 eingeflossen ist oder nicht.

Zusatzbeiträge auch Thema bei Wahlen

Man kann davon ausgehen, dass das Thema der stetig steigenden Kassenbeiträge auch Thema zur Bundestagswahl 2017 wird. Denn hier scheiden sich die Geister: Zum einen wird die Meinung vertreten, dass die Beiträge wieder gleichmäßig sowohl vom Arbeitgeber als auch vom Arbeitnehmer zu tragen sind. Bisher ist es so, dass der Arbeitnehmer den Zusatzbeitrag vollständig alleine zahlt. Andererseits wird der Ruf nach einer Bürgerversicherung wieder aufleben, der bereits bei dem letzten Bundestagswahlkampf durch SPD, Grüne und Linke gefordert wurde. Es soll sich dabei um die Schaffung einer solidarischen Bürgerversicherung handeln, deren Beiträge sowohl die Arbeitnehmer, als auch Selbstständige und Beamte zahlen müssen.