Schock für 5,3 Mio. Postbank Kunden: Girokonto nicht mehr kostenlos

Schreckensmeldung für ca. 5,3 Millionen Bankkunden: Postbank schafft kostenloses Girokonto ab. Die Postbank ist Deutschlands größte Privatkundenbank mit 5,3 Millionen Kunden. Im Zuge der Niedrig-Zins-Politik der EZB streicht die Postbank nun teilweise ihr Angebot für die kostenlose Kontoführung. Unterm Strich soll es auch Kunden geben, die nun weniger Kontoführungsgebühren zahlen werden.

Seit Monaten hält die Niedrig-Zins-Politik an. Banken, die dort Geld parken, müssen sogar einen Strafzins von 0,4 Prozent zahlen. Mit der Postbank greift nun erstmals eine größere deutschen Privatkundenbank zu dem Mittel, dass sie die Girokontoinhaber belastet. Das sind der bei der Postbank repräsentative 14 Millionen Menschen, die nun zur Kasse gebeten werden. Nur junge Leute bis zum 22. Lebensjahr und Kunden, die einen Geldeingang von ab 3000 Euro haben im Monat, werden auch weiterhin nicht mit Kontoführungsgebühren belastet. Bisher konnte noch eine sehr viel größere Verbraucherschicht vom kostenlosen Girokonto bei der Postbank profitieren. Das neue Preismodell, nachdem ein Girokonto bei der Postbank ab November 2016 monatlich 3,90 Euro kostet, beschert einigen Kunden mit bereits kostenpflichten Konten Vorteile. Doch die deutliche Mehrheit der Postbank-Kunden muss ab November für die Bereitstellung von einem Girokonto Gebühren zahlen. Dies bestätigte auch ein Sprecher der Postbank auf Nachfrage von einem renommierten Online-Tagesmagazin.

Fährt die Postbank damit wirklich Gewinne ein?

Alternativen Postbank Konto

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Allerdings gibt es auch Gewinner der Niedrig-Zins-Politik der EZB und dadurch von der Postbank ausgelösten geänderten Preispolitik für Girokonten. Dies sind die ca. 1 Million Postbank-Kunden, die monatliche Einnahmen von weniger als 1000 Euro haben. Bisher mussten diese Kunden fürs Girokonto 5,90 Euro im Monat zahlen. Bei der geänderten Preispolitik der Postbank wurden zudem auch die Kunden berücksichtigt, die ihr Girokonto nur online führen und über die Computer-Terminals in den mehr als 1000 Filialen bzw. per Telefon ihre Aufträge für Überweisungen etc. erteilen. Diese Kunden der Postbank zahlen ab November 2016 künftig 1,90 Euro im Monat.

Der Schreckmoment, den mitten in der deutschen Reisewelle und Urlaubszeit die Girokonto-Kunden der Postbank erleben mussten, ist vermutlich nur der Anfang. Denn durch die Niedrig-Zins-Politik der EZB wird den Banken nach und nach die Möglichkeit von Quersubventionierungen genommen. Die Postbank hat sich die Entscheidung ein neues Preismodell für die Girokonten einzuführen, sicherlich nicht leicht gemacht. Doch schon in den letzten Wochen und Monaten haben verschiedene Sparkassen und andere Banken ihre Gebühren erhöht. Und die Postbank wird bei weitem nicht die letzte Bank gewesen sein, die regelrecht dazu gezwungen wird ihre Preispolitik zu ändern.

Alternativen zum Postbank Girokonto?

Wer nicht auf das kostenlose Girokonto verzichten möchte, kann sich durch einen Girokonto Vergleich im Internet zuerst einmal einen Überblick über die aktuellen Angebote verschaffen. Obwohl die Tendenz zu kostenpflichten Konten geht, gibt es noch immer eine Vielzahl von Banken, die kostenlose Girokonten für jedermann anbieten. Vor allem Online-Banken wie DKB oder Ing-Diba bieten noch gratis Girokonten an. Ein Wechsel kann sich durchaus lohnen und aktuellen Postbankkunden fast 50,- Euro jährlich an Kontoführungsgebühren sparen.