Neue KFZ Regionalklassen 2017: 6,3 Mio profitieren, 4,8 Mio verlieren

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V. (GDV) hat seine neuen Schadenbilanzen veröffentlicht und die Kfz-Regionalklassen für 2017 festgesetzt. Viele Autofahrer im Norden können sich über eine bessere Regionalklasse freuen, anders als Fahrzeughalter in Großstädten und Bayern. Über die Entwicklung der Kfz-Versicherungsbeiträge konnte der GDV keine Angaben machen.

Jedes Jahr veröffentlicht der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) eine aktuelle Schadenbilanz der bundesweiten Kfz-Versicherungen. Die Schadenbilanz wird stets mit Spannung erwartet, denn mit ihr werden auch die Kfz-Regionalklassen für das kommende Jahr bekanntgegeben. Diese wiederum werden von den Kfz-Versicherungsunternehmen für die Berechnung der Versicherungsbeiträge verwendet.

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Für die Schadenbilanz ist es irrelevant, wo die Schäden entstanden sind. Es zählt einzig und allein der Wohnsitz der betroffenen Fahrzeughalter. Die Regionalklassen werden für die Kfz-Haftpflichtversicherung, die Kfz-Teilkasko und Kfz-Vollkaskoversicherung separat erhoben. Generell führt eine bessere Schadenbilanz zu einer niedrigeren Regionalklasse, was sich wiederum positiv auf die Versicherungsbeiträge auswirkt. Aus den Bilanzen werden Indexwerte errechnet, aus denen die Regionalklassen abgeleitet werden. 12 Regionalklassen gibt es für die Kfz-Haftpflichtversicherung, 16 für die Teilkasko und 9 für die Kfz-Vollkaskoversicherung.

6,3 Millionen Autofahrer mit besserer Regionalklasse 2017

Etwa 6,3 Millionen Autofahrer werden 2017 von einer besseren Regionalklasse profitieren können. Das betrifft vor allem Fahrzeughalter aus Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Rund 4,8 Millionen Fahrzeughalter dürften sich auf höhere Kfz-Haftpflichtversicherungs-Beiträge einstellen. Betroffen sind vor allem Autofahrer in Großstädten und in weiten Teilen Bayerns.

Den niedrigsten Indexwert errechnete der GDV für den Zulassungsbezirk Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern mit 71,60 (Regionalklasse 1). Den höchsten Index kann Offenbach in Hessen für sich verzeichnen. Der Wert von 133,81 bedeutet Regionalklasse 12.

Die Regionalklassen sind für die Versicherungsunternehmen nicht bindend. Im Normalfall passen die Kfz-Versicherer jedoch ihre Beiträge an die Einstufung des GDV an. Änderungen betreffen sowohl Neuverträge als auch bestehende Verträge und gelten ab dem 1. Januar 2017.

Kaum Änderungen bei der Kaskoversicherung

In Deutschland haben mehr als 33 Millionen Menschen eine Teil- oder Vollkaskoversicherung abgeschlossen. Von diesen können sich rund 2 Millionen Versicherte auf eine niedrigere Regionalklasse im Jahr 2017 freuen. Etwa 2,4 Millionen Versicherte hingegen müssen mit einer höheren Regionalklasse leben.

Sowohl in der Teil- als auch in der Vollkaskoversicherung wurden die höchsten Indexwerte im Zulassungsbezirk Ostallgäu in Bayern ermittelt. In der Vollkaskoversicherung beträgt der Indexwert 142,83 (Regionalklasse 9) und in der Teilkaskoversicherung 222,51 (Regionalklasse 15). Die niedrigsten Werte betragen in der Vollkaskoversicherung 77,59 (Wesermarsch in Niedersachsen) und in der Teilkaskoversicherung 58,55 (Bamberg in Bayern). Beide wurden in die Regionalklasse 1 eingestuft.

Wie genau sich die Schadenbilanz auf die Versicherungsbeiträge auswirkt, kann der GDV noch nicht sagen. Die Schadenbilanz und die Einstufung der Regionalklassen sind nicht die einzigen Faktoren, die bei der Berechnung der Kfz-Versicherungsbeiträge berücksichtigt werden.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie auch auf kfzversicherungen.org