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Krankenkassenprämien 2017 in Schweiz: Kinderprämien steigen um 6,6 % – Rest um 4,5 %

Das Schweizer Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat die Krankenkassenprämien für 2017 vorgestellt. Im Durchschnitt steigen die Krankenkassenprämien in der Schweiz 2017 um durchschnittlich 4,5 Prozent. Mit 6,6 Prozent ist die Prämienerhöhung bei Kindern besonders hoch. Auch für junge Erwachsene steigen die Krankenkassenprämien. Je nach Kanton variieren die Beitragssteigerungen stark.

Auch im Jahr 2017 steigen die Prämien der Krankenkassen weiter an. Das hat das Bundesamt für Gesundheit (BAG) heute bekanntgegeben. Im nationalen Durchschnitt erhöhen sich die Kosten der obligatorischen Krankenversicherung für Erwachsene ab 26 Jahre um 4,5 Prozent. Dieser Wert gilt für die Standardprämien, also der obligatorischen Grundversicherung mit Unfalldeckung und einer Franchise von 300 Franken. Krankenkassenportale in der Schweiz hatten mit höheren Krankenkassenprämien 2017 gerechnet.

Allerdings gibt es starke kantonale Unterschiede. In sieben Kantonen steigen die Prämien um weniger als 4 Prozent. Besonders niedrig sind die Prämien in Appenzell Innerrhoden. Dort zahlt ein Erwachsener im Schnitt 347 Franken, wohingegen die Versicherung in Genf stolze 567 Franken kostet.

Prämien 2017: Starker Anstieg bei Kindern und jungen Erwachsenen

Krankenkassenprämien 2017 Schweiz

Bild: © Gina Sanders – fotolia.com

Die Krankenkassenprämien für Kinder steigen durchschnittlich um 6,6 Prozent. Zwar sind die Krankenkassen dazu verpflichtet, die Prämien für Minderjährige unter denen für Erwachsene zu halten, aber es gibt keine Regel, die besagt, wie viel günstiger sie sein müssen.

Der Prämienanstieg ist hier besonders stark, da die Krankenkassen ihre Kosten mit den Kinderprämien nicht mehr decken konnten. Gleiches gilt für junge Erwachsene. Im Durchschnitt steigen die Prämien für die Krankenversicherung für Erwachsene im Alter von 19 bis 25 Jahren um 5,4 Prozent.

Steigende Kosten und Risikoausgleich beeinflussen Prämien für Krankenversicherung in Schweiz

Ein Grund für die steigenden Krankenkassenprämien ist der generelle Anstieg der Kosten der medizinischen Versorgung. Genau wie Deutschland hat die Schweiz mit der demographischen Alterung der Bevölkerung zu kämpfen. Die Menschen werden immer älter und verursachen aufgrund von vermehrt auftretenden chronischen Erkrankungen immer höhere Kosten. Ein weiterer Grund ist die technische Entwicklung, da moderne Therapien zwar eine bessere Heilwirkung haben, dafür aber auch mehr kosten.

Je nach Kanton und Krankenkasse steigen die Prämien unterschiedlich stark. Der Grund dafür ist der neue Risikoausgleich. In den Ausgleichstopf zahlen vor allem Krankenkassen mit wenigen Leistungsfällen ein, wohingegen Krankenkassen, die viele medizinische Leistungen übernehmen müssen, Geld aus dem Topf erhalten. Daraus folgt, dass die Prämien der letztgenannten Krankenversicherer weniger stark ansteigen dürften, als die der Einzahler.

Informationspflicht und Wechsel der Krankenkasse

Bis Ende Oktober müssen die Krankenkassen ihre Versicherungsnehmer über die Prämien 2017 informieren. Die Versicherten haben dann das Recht, bis Ende November die Krankenkasse zu wechseln. Da die Prämienerhöhungen teils enorm voneinander abweichen, kann es sich in jedem Fall lohnen, die Prämien zu vergleichen und gegebenenfalls einen Krankenkassenwechsel durchzuführen.

Zwangsweise wechseln müssen bis 2017 rund 570.000 Krankenversicherte. Nach mehreren Fusionen werden einige Anbieter gänzlich vom Markt verschwinden. Die neuen Mutterkonzerne versenden rechtzeitig Wechselangebote an die Betroffenen. Wenn ein Krankenkassenwechsel unvermeidbar ist, sollten die Betroffenen in jedem Fall einen Vergleich durchführen und das Angebot nicht ungeprüft annehmen.

Weitere Informationen finden Schweizer auch direkt beim Bundesamt für Gesundheit.

Krankenversicherung 2017 auch in Deutschland teurer

In Deutschland zahlen Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) einen einkommensabhängigen Zusatzbeitrag. Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen geht davon aus, dass die Zusatzbeiträge 2017 um durchschnittlich 0,3 Prozentpunkte steigen werden. Daraus ergibt sich im Mittel ein Zusatzbeitrag von rund 1,4 Prozent.

Bereits jetzt gibt es zahlreiche Prognosen, die für 2019 mit einer Beitragserhöhung rechnen. Wahrscheinlich dürfte der Beitrag um weitere 0,2 Prozentpunkte steigen.