Tui in der Krise: John Fredriksen gegen Michael Frenzel

5.Jul.2008 13:14 Uhr, von [st], Trackback-URL


Der seit Monaten anhaltende Machtkampf zwischen John Fredriksen und Michael Frenzel zieht zunehmends weitere Kreise und zieht das Unternehmen Tui in die Krise. Fredriksen erhebt den Vorwurf, dass der Arbeitsvertrag von Michael Frenzel bei einem Machtwechsel es erlaubt, dass Frenzel ohne finanzielle Einbußen vom Vorstand abtreten kann und trotzdem vollen Anspruch auf sein Gehalt bis Vertragsende, in seinem Falle bis 2012, besitzt. Dies ermöglicht Frenzel die sofortige Auszahlung aller Gehälter, die er bis 2012 beziehen würde, sobald er vom Vorstand zurücktritt.

Fredriksen fordert seit Beginn der Streitigkeiten unter anderem den Rücktritt vom Vorstandsmitglied Jürgen Krumnow. Dies hätte jedoch einen Machtwechsel zur Folge und würde damit für Frenzel die Möglichkeit eröffnen, die Klausel im Arbeitsvertrag anzuwenden.

Tui hingegen dementiert die Existenz einer derartigen Klausel und kritisiert das Vorgehen Fredriksen aufs schärfste. Dies schade vor allem dem Konzern, dem auf Grund der Kursverluste der letzten Monate nun auch das Ausscheiden aus dem DAX droht. Die nächste Entscheidung über die DAX-Titel wird im September getroffen.

Auslöser für die Streitigkeiten war das von Frenzel angekündigte Interesse, die Sparte Hapag-Lloyd zu verkaufen. Fredriksen versucht daher seit Beginn an einen Rücktritt von Frenzel zu erreichen, damit Tui eine neue Kursrichtung einschlagen kann. Unterstützung erhält Fredriksen auch zunehmends von den Analysten, die den Verkauf von Hapag-Lloyd auf Basis der aktuellen Wirtschaftslage, vor allem bezüglich des Ölpreises, als ungünstig bezeichnen, da die Marktlage den Kaufpreis nach unten drückt.



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