Apple iPad: Das Tablet was niemand braucht?

Gestern war es endlich soweit: Das Rätselraten hatte ein Ende und Apple hat sein neues Zugpferd vorgestellt. Unter dem Produktnamen iPad stellte Apple einen etwa 10-Zoll großen Tablet-PC vor, welcher die Lücke zwischen Smartphones und PDAs, sowie herkömmlichen Notebooks schließen soll. Anders formuliert hat Apple sein eigenes Netbook präsentiert, allerdings mit komfortablen Touchscreen. Mittels Flash-Speicher und eigens entwickelten Prozessor soll es vor allem einfache Aufgaben schnell und einfach lösen.

Das Display liegt mit 9,7 Zoll (1.024×768 Pixel) mitten im Bereich der bereits bekannten Netbooks. Das Apple iPad ist mit einem von Apple selbst entwickelten Prozessor namens A4 ausgestattet und arbeitet mit einer Taktfrequenz von einem GHz. Zudem werden WLAN und Bluetooth unterstützt, sowie optional UMTS. Mit einem Gewicht von 680 gramm (730 gramm mit UMTS-Erweiterung) ist das Apple iPad wie gewohnt leicht und handlich. Das Softwareangebot ist relativ umfangreich, weil die meisten iPhone-Anwendungen auch auf dem Apple iPad laufen. Es gibt jedoch auch angepasste Versionen, welche die höhere Auflösung optimaler ausnutzen. Alle anderen Programme werden in einem kleineren Fenster dargestellt, sodass keine Skalierung auf volle Bildschirmgröße erfolgt und der eigentlich gute Touchscreen nicht optimal ausgenutzt wird. Auf eine Tastatur wurde verzichtet, die Eingabe erfolgt ausschließlich über den kapazitiven Touchscreen, der bei Bedarf aber eine virtuelle Tastatur einblendet. Separat kann später eine Dockingstation als Zubehör erworben werden, die dann auch eine richtige Tastatur beinhalten wird.

Die Akkulaufzeit beträgt im Dauerbetrieb gemäß den Angaben von Apple rund 10 Stunden, die reine StandBy-Zeit liegt bei rund einem Monat. Die Akkulaufzeit fällt damit besser aus als bei Netbooks, wenn auch es sich bisher nur um Herstellerangaben handelt. Neben Applikationen zur Unterhaltung mit Musik, Video und Spielen, zeigte Apple auch iWorks, eine Suite mit Büroanwendungen. Damit erfüllt das Apple iPad zumindest die Grundvoraussetzungen, um auch für Geschäftskunden interessant zu bleiben. Das gilt auch für den Preis, denn mit 16 GByte Speicher ist das Apple iPad bereits ab 499 US-Dollar erhältlich, für 32 GByte sind 599 US-Dollar fällig und für 64 GByte müssen dann doch stolze 699 US-Dollar berappt werden. Die Erweiterung um UMTS erhöht den Preis nochmals um weitere 130 US-Dollar, sodass die große Version des Apple iPad dann recht kostspielig wird und zu den Bereiches des MacBook vorstößt. In Deutschland ist zudem mit höheren Preisen zu rechnen, sodass bereits die Einstiegsklasse mit 16 GByte erst ab 400 und 450 Euro erhältlich sein wird. Die Versionen ohne UMTS sind ab März im Handel zu finden, mit UMTS in den USA voraussichtlich gegen Ende April diesen Jahres. In Deutschland wird die UMTS-Version wahrscheinlich um einiges später erscheinen, da bisher keine Informationen über Vertragsvereinbarungen mit inländischen Mobilfunkbetreibern bekannt sind.

Mit einem eigenen Bücherservice macht Apple nicht nur gegenüber Herstellern von Netbooks mit dem Apple iPad eine Kampfansage, sondern auch gegenüber Onlinediensten wie Amazon. Traditionell vereint also Apple die Vorteile verschiedener Funktionen in ein einziges Gerät, doch der Preis könnte den Erfolg diesmal dämpfen. Lassen sich beispielsweise klassische Netbooks – wenn auch mit erheblichen Performancemangel – trotzdem recht vielseitig nutzen, richtet sich das Apple iPad sehr stark an private Konsumenten. Doch gerade hier dürften Preise ab 400 Euro aufwärts derzeit eher abschrecken und Geschäftskunden bleiben vermutlich beim iPhone und MacBook, denn mangels Komfort dürfte das Apple iPad in diesem Bereich nicht punkten. Vor allem die mangelnde Unterstützung für Multitasking dürfte auch die Vorfreude von Apple-Fans bremsen.

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