ZDF WISO: Pflegezusatzversicherungen im Test

Das Verbrauchermagazin ZDF WISO berichtet über Pflegezusatzversicherungen. Im Pflegezusatzversicherung Vergleich gibt WISO wichtige Tipps, wie man sich für den Pflegefall mit einer Zusatzversicherung absichert, da die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung selten ausreichen. Thematisiert wird auch, was für Zusatzversicherungen es gibt und was vom Pflege-Bahr zu halten ist.

Was geschieht, wenn der Pflegefall eintritt? Diese Frage stellen sich immer mehr Menschen, denn die Zahl der Pflegebedürftigen steigt in Deutschland immer weiter an. Das Problem ist die finanzielle Belastung durch die Unterbringung in einem Pflegeheim oder durch einen privaten Pflegedienst. ZDF WISO zeigt auf, was die gesetzliche Pflegeversicherung leistet und mit welchen Kosten Pflegebedürftige und deren Angehörige rechnen müssen, wenn diese Leistungen wie in fast allen Fällen nicht ausreichen.

Private Pflegeversicherung bei ZDF WISO im TestMit einer privaten Pflegezusatzversicherung kann man sich finanziell absichern und diese teure Versorgungslücke schließen. Allerdings gibt es mehrere Arten von Zusatzversicherungen. ZDF WISO vergleicht diese und erklärt, wann welche Form der Versicherung sinnvoll ist und für wen sie in Frage kommt. Auch der sogenannte Pflege-Bahr wird thematisiert.

WISO Tipp: Gute Pflegeversicherung erkennen

ZDF WISO gibt wichtige Tipps, wie man eine gute Pflegeversicherung erkennt. Dazu gehören beispielsweise: Die Versicherung übernimmt die Pflegestufe der gesetzlichen Pflegekasse. Die Wartezeit soll so kurz wie möglich sein. Demenz berechtigt zu Pflegestufe 0. Keine Beitragszahlung im Pflegefall und keine Benachteiligung bei häuslicher Pflege. Leistungen werden lebenslang erbracht. Gute garantierte Leistungen sowie Versicherungsschutz europaweit sollten inbegriffen sein. Zudem sollte eine dynamische Leistungsanpassung ohne erneute Gesundheitsprüfung möglich sein.

ZDF WISO: Pflegeversicherung früh abschliessen

Prinzipiell sind die Beiträge niedriger, je früher man eine Pflegezusatzversicherung abschließt. Die Beiträge werden auch unter Berücksichtigung des Einkommens festgelegt. Dadurch ist es möglich, Einfluss auf die Höhe der Beiträge, aber auch der Leistungen zu nehmen. Der Gesundheitszustand ist ein weiterer wichtiger Faktor. Je mehr Vorerkrankungen, desto teurer wird die Pflegezusatzversicherung, wenn der Antrag nicht gleich abgelehnt wird.

ZDF WISO legt nahe, den Abschluss einer Zusatzversicherung für die Pflege sorgfältig zu planen, denn die Beiträge müssen über einen sehr langen Zeitraum hinweg gezahlt werden. Grundversicherungen wie Haftpflicht oder private Altersvorsorge sollten mit höherer Priorität behandelt werden. Das Magazin empfiehlt ebenfalls, sich ausführlich bei einer der regionalen Verbraucherzentralen über das Thema Pflegezusatzversicherung zu informieren.

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Pflegetagegeldversicherung

Eine Pflegetagegeldversicherung zahlt pro Tag der Pflegebedürftigkeit einen festen Betrag. Es gibt statische und flexible Tarife. Bei einem statischen Tarif legt man den Betrag für Pflegestufe III fest. In Pflegestufe I und II erhält man täglich einen bestimmten Anteil dieses Betrages. Bei flexiblen Tarifen hingegen kann man die Summen für die einzelnen Pflegestufen selbst festlegen.

Der Vorteil der Pflegetagegeldversicherung ist die Flexibilität und die Tatsache, dass der Versicherte frei über das Geld verfügen kann. Nachteilig ist hingegen, dass sich die Beiträge im Laufe der Zeit erhöhen können und das Pflegetagegeld nicht an die normale Kostenentwicklung angepasst wird. Ein bei Vertragsabschluss großzügig gewählter Wert kann im Notfall Jahre später also möglicherweise gerade noch ausreichend sein.

Tipp: Aktuelle Sendung zur Pflegeversicherung im ZDF: http://www.petanews.de/finanzen/wiso-tipp-pflegezusatzversicherung-absicherung-eltern-39852/

Pflegekostenversicherung

Die Pflegekostenversicherung versichert die tatsächlichen Pflegekosten. Man kann wählen zwischen einer Erhöhung der Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung oder der kompletten bzw. Anteiligen Übernahme der Restkosten (Versorgungslücke), oftmals jedoch nur bis zu einer bestimmten Summe pro Jahr.

Im Gegensatz zur Pflegetagegeldversicherung passen sich die Leistungen der Kostenentwicklung an. Der Nachteil dieser Form der Pflegezusatzversicherung ist, dass die Kosten direkt mit der Versicherung abgerechnet werden, das Geld also nicht zur freien Verfügung steht. Häusliche Pflege durch Angehörige wird meist nicht vergütet.

Pflegerentenversicherung

Mit einer Pflegerentenversicherung erhält der Versicherungsnehmer im Pflegefall entweder eine Einmalzahlung oder eine monatliche Rente. In beiden Fällen steht das Geld zur freien Verfügung. Die Beiträge zur Pflegerentenversicherung bleiben über die Jahre stabil.

Allerdings ist die Pflegerentenversicherung aufgrund ihrer Struktur von Kombination von Sparvertrag und Versicherung deutlich teurer als eine Pflegetagegeldversicherung. Die Leistungen können durchaus sehr gut sein, doch da diese vom Kapitalmarkt abhängen, erhält man im Zweifel nur die bei Vertragsabschluss garantierte Rente.

Pflege-Bahr

Wer volljährig und pflegepflichtversichert ist, kann sich eine staatliche Förderung sichern. Dazu benötigt er eine private Pflegetagegeldversicherung, welche in Pflegestufe III mindestens 600 Euro auszahlt. Zahlt man außerdem noch mindestens zehn Euro monatlich aus eigener Tasche, erhält man vom Staat pro Monat fünf Euro als Zulage.

Der Vorteil des Pflege-Bahrs ist die Tatsache, dass Versicherer jeden Antrag annehmen müssen. Auf der Negativseite steht hingegen unter anderem, dass die Leistungen im Regelfall nicht für alle Pflegestufen ausreichend sind.

Mit der privaten Pflegeversicherung die Versorgungslücke schließen

Die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung reichen in der Regel nicht aus. Für die vollstationäre Pflege zahlt die Pflegeversicherung zwischen 1.064 und 1.612 Euro (Pflegestufe I bzw. III). Das Problem ist, dass die realen Kosten der Unterbringung in einem Pflegeheim selten unter 3.000 Euro liegen.

Diese sogenannte Versorgungslücke muss der Pflegebedürftige aus eigener Tasche zahlen, kann er das nicht, werden dessen Angehörige zur Kasse gebeten. Nur wenn diese auch nicht zahlen können, übernimmt das Sozialamt die Kosten für die notwendige Pflege. Stiftung Warentest hat in einem Pflegeversicherung Test 2015 durchgerechnet, wie teuer die häusliche Pflege tatsächlich ist.

Im Schnitt beträgt die Lücke in Pflegestufe 1 monatlich 540 Euro. In Pflegestufe II sind es bereits 1.295 Euro und wer einen Angehörigen in Pflegestufe III zuhause pflegt, zahlt pro Monat etwa 2.365 Euro drauf. Mit einer privaten Pflegeversicherung kann man sich gegen diese Kosten absichern oder sie zumindest drastisch reduzieren.

Staatlich ungeförderte, geförderte Pflegeversicherung oder Kombitarif?

Generell gibt es drei Formen der privaten Pflegezusatzversicherung. Ungeförderte Tarife bieten in der Regel gute Konditionen. Für relativ geringe Beiträge erhält man mit einem guten Tarif ausreichend viel Geld, um die Versorgungslücken auch in hohen Pflegestufen zu schließen. Man sollte jedoch immer genau auf die Vertragsdetails achten, damit man im Notfall auch die Leistungen erhält, die man erwartet.

Stiftung Warentest empfiehlt in vielen Fällen sogenannte Kombitarife. Kombitarife bestehen anteilig aus geförderten und ungeförderten Vertragsbestandteilen. Durch die Kombination mit der staatlichen Förderung in Höhe von fünf Euro im Monat ist das Leistungsniveau von Kombitarifen im Schnitt etwas besser als das ungeförderter Tarife. Auch hier sollte man vor dem Versicherungsabschluss einen genauen Blick auf die Versicherungsbedingungen werfen.

Staatlich geförderte Pflegeversicherungen sind auch unter dem Begriff „Pflege-Bahr“ bekannt. Der Name geht auf den ehemaligen Gesundheitsminister Daniel Bahr zurück. Wer monatlich mindestens 10 Euro in die Pflegeversicherung einzahlt, erhält vom Staat fünf Euro Zulage. Allerdings reichen die Leistungen trotz der Zulage laut Stiftung Warentest lediglich in wenigen Fällen aus, um die Versorgungslücke zu schließen.

Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung

Die gesetzliche Pflegeversicherung unterscheidet grundlegend vier Pflegestufen. Die Pflegestufe 0 ist noch relativ jung. Eine Einstufung in Pflegestufe 0 erfolgt bei erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz beispielsweise aufgrund von psychischen Erkrankungen, geistiger Behinderung oder Demenz.

Das sind die Bedingungen für Pflegestufen I bis II:

  • Pflegestufe I – erhebliche Pflegebedürftigkeit: Grundpflege dauert länger als 45 Minuten, mindestens 90 Minuten Hilfe werden pro Tag benötigt
  • Pflegestufe II – schwere Pflegebedürftigkeit: Mindestens 3 Stunden Hilfe werden täglich benötigt, Körperpflege, Nahrungsaufnahme und Mobilität beanspruchen mindestens zwei Stunden, Haushaltshilfe ist notwendig
  • Pflegestufe III – schwerste Pflegebedürftigkeit: Grundpflege dauert mindestens vier Stunden täglich, Hilfebedarf mindestens 5 Stunden.

Bei häuslicher Pflege leistet die Pflegekasse für Pflege durch einen ambulanten Pflegedienst folgende Beträge:

  • Pflegestufe 0 bei Demenz: 231 Euro
  • Pflegestufe I: 468 Euro
  • Pflegestufe II: 1.144 Euro
  • Pflegestufe III: 1.612 Euro
  • Pflegestufe III mit Härtefall: 1.995 Euro

Lesen Sie auch: http://www.petanews.de/altersvorsorge/zdf-wiso-tipp-pflegeversicherung-moeglichst-frueh-abschliessen-39350/